Chronik

Im Jahre 1877 hat sich die Kapelle aus bescheidenen Anfängen entwickelt. Damals war es ein sehr schwieriges Unterfangen, eine Kapelle zu gründen. Es mussten Probleme gemeistert werden, da es an vielen Voraussetzungen fehlte, die heute als selbstverständlich betrachtet werden. Wo bekommt man Instrumente, Noten und eine Uniform her und wie werden diese finanziert? Musikschulen hat es damals nicht gegeben - wer bildete die Musiker aus? Ein Kapellmeister hat seine Freizeit geopfert, um seine Musiker zu schulen. Während der Weltkriege lichteten sich die Reihen der Musiker und es war nur durch große Anstrengung und Idealismus aller Beteiligten möglich, das Bestehen der Kapelle zu erhalten. Die Musikkapelle war der erste Kulturträger der Gemeinde und der große Dank gehört allen, die mit ihrer Begeisterung für die Musik diese nachhaltige Tradition möglich gemacht haben.

Engelbert Koller, damals Schulleiter, hieß der Gründer der Musikkapelle.

Die Kapelle bestand aus 8 Musikern und zwar:

  • Ludwig EMMINGER
  • Ignaz STAUDINGER
  • Josef STAUDINGER
  • Josef SCHEIBL
  • Josef MARINGER
  • Anton WIENERROITHER
  • Josef BIRGLEHNER
  • Franz SCHLAGER

Dieses erste Foto stammt aus dem Jahr 1890:

              

  

 

Im Jahr 1902 wurde das 25-jährige Bestandsjubiläum gefeiert. Die Musikkapelle zählte damals 18 Mitglieder. Wie aus den Eintragungen von Altkapellmeister Josef Staudinger hervorgeht, wurden strenge Satzungen beschlossen und auf deren Einhaltung genau geachtet. So heißt es zum Beispiel: Wer die Schulen und Proben selten besucht und deshalb seine Stimme nicht beherrscht, kann ausgeschlossen werden, ebenso wie derjenige, der sich berauscht, Streitigkeiten anfängt und dadurch in den Verein Uneinigkeit hineinbringt.

Das 60-jährige Bestehen wurde 1937 gefeiert - zu dieser Zeit waren die 26 Musiker bereits uniformiert.

                

Kapellmeister Josef Staudinger, welcher die musikalische Leitung vom Gründer Engelbert Koller 1885 übernommen hatte, legte wenige Tage vor seinem Tod, nach 55-jähriger (!) Tätigkeit als Kapellmeister, dieses Amt zurück. Sein Sohn Franz Staudinger übernahm für ihn diese Position.

Während des 2. Weltkrieges schrumpfte die Kapelle wiederum auf die bescheidene Anzahl von 18 Musikern, wobei sich bis zum 75-jährigen Bestandsjubiläum, gefeiert im Jahr 1952, der Mitgliederstand auf 25 Musiker aufstockte.

               

1960 wurde vom vereinsinternen Musikanten, Ferdinand Hofinger, eine Tracht angefertigt. Die Kosten betrugen damals stolze 42.000,- Schilling und wurden von der Bevölkerung aufgebracht.

Franz Staudinger übergab 1968 die Stelle des Kapellmeisters aus Altersgründen an Walter Essenhofer. Auch unter seiner Leitung wurden eine Vielzahl an ausgezeichneten Erfolgen bei Konzertwertungen erreicht. Weiters wurden viele Konzertreisen in dieser Zeit unternommen, wobei der Höhepunkt 1987, die Reise zu den internationalen Musiktagen nach Rastede in Niedersachsen, war. Hier wurde Walter Essenhofer zum besten Dirigenten aller teilnehmenden Kapellen gekürt.

Bei der Jahreshauptversammlung 1970 wurde auf Antrag des damaligen Obmannes Johann Aigner der Name "Ortsmusikkapelle Fornach" auf "Trachtenkapelle Fornach" geändert.

Ein weiteres Großereignis für die Gemeinde Fornach fand am 4. Dezember 1970 in Wien statt. Dort, genau genommen am Rathausplatz, erstrahlte zum ersten Mal der aus Fornach stammende und festlich dekorierte Weihnachtsbaum.

Bis zum Jahr 1971 wurden die Proben im Gasthaus Lohninger abgehalten. Pfarrer Franz Wurm stellte seit diesem Zeitpunkt das Pfarrheim für diese Zwecke zur Verfügung.

               

1977 hieß es dann "100 Jahre Trachtenkapelle Fornach", wobei gleichzeitig die Präsentation der neuen Tracht stattfand. Gefeiert wurde am Samstag im Rahmen eines Festkonzertes im Gasthaus Lohninger und am Sonntag marschierten 16 Gastkapellen als Gratulanten am Ortsplatz Fornach auf.

Beim 110-jährigen Gründungsfest 1987 wurde das neue Musikerheim eingeweiht und die 34 auswärtigen Kapellen wurden im erstmals aufgestellten Festzelt untergebracht.

                   

Ein weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschichte war die Teilnahme am Bundesmusikfest 1990 in Wien. Zum Programm gehörten ein Konzert vor dem Stephansdom, einige Märsche erklangen von der Kapelle am Brigittaplatz und der festliche Abschluss fand am Rathausplatz statt.

Es folgten lustige Auslandsreisen unter anderem nach Prag/Tschechien, Hänigsen/Deutschland und nach Calella/Spanien.

1994 erhielt die Kapelle die Möglichkeit, im ORF Landesstudio OÖ in Linz traditionelle Blasmusik aufzunehmen - unter anderem auch den von Walter Essenhofer persönlich komponierten Marsch "An mein Fornach".

Aufgrund des 120-jährigen Bestandsjubiläums wurde der Ort Fornach im Jahr 1997 vom Blasmusikverband Vöcklabruck mit der Austragung des jährlichen Bezirksmusikfestes betraut.

Im Jahr 2000 wurden die zwei wichtigsten Positionen des Vereines neu besetzt - Obmann Johann Aigner übergab sein Amt an Franz Staudinger und Kapellmeister Walter Essenhofer dirigierte nach 32-jähriger Tätigkeit (!) zum letzten Mal das Frühlingskonzert.

Ihm folgte Otto Sommerer, der bereits jahrelang die Kapelle als Flügelhornist unterstützte.

Ein weiteres herausragendes Ereignis in diesem Jahr war die Verleihung des "Professor Rudolf Zeman-Preises" als stolze erste Kapelle im Bezirk Vöcklabruck. Dies ist die höchste Auszeichnung, die seitens des Landes OÖ für besondere Leistungen an Musikkapellen vergeben wird.

Weitere Auslandsreisen führten nach Budapest/Ungarn, sowie nach San Marino/Italien, bei denen österreichische Traditionsmusik gespielt wurde.

2007 wurde im Rahmen der 130-Jahrfeier ein 3-tägiges Zeltfest veranstaltet. Über 30 auswärtige Kapellen und zahlreiche Gäste aus nah und fern ließen sich diese Feier nicht entgehen.

Der Traum einmal nach Amerika zu kommen, wurde 2009 mit Chicago/USA verwirklicht. Die Eindrücke dieser gewaltigen Stadt und der amerikanische "way of life" waren für alle Mitreisenden ein einzigartiges Erlebnis.

Nach jeweils 10-jähriger Tätigkeit legten im Jahre 2010 sowohl Obmann Franz Staudinger, als auch Kapellmeister Otto Sommerer ihre Funktionen nieder.

Die Aufgaben von Franz Staudinger übernahm Anton Wienerroither und Markus „Max“ Lidauer bekam den Dirigentenstab überreicht.

2013 erhielt die Kapelle die bereits 10. Ehrung durch das Land OÖ. Diese Auszeichnung wird auf Grund von durchgehenden und erfolgreichen Teilnahmen an den Konzert- und Marschwertungen des Blasmusikverbandes verliehen.

Fornach ist einer von wenigen Musikvereinen, denen diese Ehrung bereits zum 10. Mal zu Teil wurde.

2015 wurde Andreas Karl-Astegger zum neuen Obmann gewählt.

2016 wurde unser Musikheim zeitgemäß umgebaut und ein Registerproberaum wurde errichtet.
Die höchste musikalische Auszeichnung des Landes Oberösterreichwurde an die Trachtenkapelle Fornach am 22.10.2016 im Redoutensaal in Linz überreicht. Diesen Preis erlangte unsere Kapelle durch 10-maliges Erreichen eines „ausgezeichneten“ Erfolges, bzw. mehr als 130 Wertungspunkten seit dem 1. 1. 2014, bei den Konzert- und fünf Auszeichnungen bei Marschwertungen. Dieser Preis ist der ranghöchste seit der Verleihung des Prof. Rudolf-Zeman-Preises. Der TK Fornach wurde nun, gemeinsam mit nur acht weiteren Musikvereinen aus ganz Oberösterreich, dieser neu geschaffene HermesPreis von Landeshauptmann Pühringer verliehen.

 Foto: Land Oberösterreich